AEROGRAMM

Neues von den Sprungplätzen in Calden und Gera

Archiv der Kategorie ‘Ausbildung‘

Von den neun zur praktischen Prüfung gestarteten AFF-Lehrer-Anbwärtern haben sieben die Prüfung bestanden und können sich nunmehr AFF-Sprunglehrer nennen. Wir wünschen – Thomas Possler (Luftlandeschule Altenstadt), Andy Ovberkofler/Jörg Klinger (KSK Calw), Mike Fröhlich/Peter Reichardt (Aero Fallschirmnsport Gera), Michael “Habicht” Jung (Neustadt Glewe), Robert Hess (Grefrath) – viel Erfolg und viel Spaß bei ihrer neuen Tätigkeit. Jupp Thomas sei vielen Dank für die souveräne Lehrgangsleitung gesagt, genau wie allen Examinern (Volker, Sascha, Harry, JoJo, Steve, Jan, Mike) Videoleuten und mithelfenden Examineranwärtern. Es war rundum eine gelunge Veranstaltung.

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20. Mai 2010

Seit Samstag, den 15.5.2010 läuft unter der Leitung von Jupp Thomas der diesjährige zentrale AFF Lehrerlehrgang des Deutschen Fallschirmsport Verbandes bei uns in Kassel/Calden. Von den ursprünglich 16 erwarteten und angemeldeten Anwärtern sind 11 erschienen, der Rest hat dann aus unterschiedlichen Gründen abgesagt. Von den 11 Teilnehmern haben zwei Teilnehmer nach der Theorie aufgegeben, zwei haben den Lehrgang bereits bestanden (Glückwunsch an Thomas Possler von der Luftlandeschule Altenstadt und an Michael “Habicht” Jung aus Neustadt-Glewe), der Rest wartet seit gestern früh auf besseres Wetter, was dann aber spätestens morgen (Freitag, 21.5.10) da sein wird. Der Lehrgang ist wie immer knüppelhart und den Teilnehmern wird alles abverlangt. Das ist auch gut so, denn wir wollen ja den Standard der deutschen AFF Lehrer sehr hoch halten.

Hier einige “Schnappschüsse” von Thomas Schneider aus Fehrbellin, der als Examineranwärter und Videograph diesem Lehrgang beiwohnt.

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17. Juli 2008

Wenn Männer mit Puppen spielen…..

Sieben Erwachsene liegen auf dem Boden und spielen mit Puppen. Nein, kein Therapie für stressgeplagte Manager, sondern ein RW-Kurs mit Franky Hölzner.

„Wenn man wirklich besser werden will, muss man bereit sein manchmal schlecht auszusehen.“ Mit diesem Zitat von Airizona Airspeed, dem Team das mehrfach Weltmeister im Relativ Work, oder wie es auf neuhochdeutsch nun heißt im „Formation Skydiving“, war, begann Franky Hölzner den RW-Kurs vom 10. -13. Juli. Da konnten wir noch nicht ahnen, wie schlecht wir wirklich aussehen würden. Nach einer Vorstellungsrunde und etwas Theorie ging es erst mal in die Luft um die vorhandenen Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer festzustellen. Die Vorkenntnisse der Teilnehmer waren weit gefächert, vom Frischlizenzler mit gerade einmal 40 Sprüngen bis hin zum sehr erfahrenen Springer mit über 700 Sprüngen. Allerdings gegenüber Franky unserem Ausbilder alles Peanuts, da dieser mehr als 4.500 Sprünge und unendlich viel Tunnelzeit aufzuweisen hat. Damit geht leider auch die Tatsache einher, das Franky alles sieht. Diverse, gut durchdache Ausreden, warum wir mal wieder einen Exit versaut hatten, entlarvte er sofort, entweder aufgrund eigener Beobachtung oder dank der sehr guten Videospringer, als netten Versuch die physikalischen Gesetze auszutricksen.

So gab es von fast allen Sprüngen ein von innen aufgenommenes Exitvideo, was extrem hilfreich ist, Fehler bei der Aufstellung und beim Exit zu erkennen. Kommt man nicht sauber aus der Tür, so bekommt man den relativen Wind falsch und in der Formation ist von Anfang an der Wurm drin. Untergeklappte Frontfloater und gesprengte Vierer sind die Folge. Der begleitende Videomann hingegen zeigte dann die Fehler beim Auf- und Umbau der Formationen auf. So kam es dann auch, dass wir einige Zeit auf den Rollbrettern verbrachten. Level – Position – Griff lautete die Reihenfolge, die uns Franky mit stoischer Ruhe immer wieder einbläute. Unsauberes Langhangeln, schmutzige Hilfsgriffe und ähnliches bringen nur auf den ersten Blick Erfolg, sind aber letztlich nicht zielführend und verhindern nur ein sauberes und somit schnelles RW.

Am Freitag trat leider eine wetterbedingte Pause ein, die Franky aber nutze um uns die verschiedenen Randoms und Blöcke näher zu bringen. Dazu lagen dann sieben erwachsene Männer, sehr zur Belustigung der Freeflyer, in der Packhalle auf dem Bauch und schoben kleine Puppen über den Teppich. Interessant war auch die Wegfindung, also der Versuch zwischen den einzelnen Randoms einen möglichst einfachen und kurzen Weg zu finden. Die anfänglich gemachten Vorschläge, die dreidimensionale Übergänge oder Rückwärtseinparken beinhalteten, wichen mit zunehmender Unterrichtsdauer sinnvollen und realistischen Varianten. Diese wurden auch gerollt und letztlich dann auch an den Himmel gebracht.

So wurden die gesprungenen Randoms dann auch immer anspruchsvoller. Auch der Wechsel von Position innerhalb der Formation und das Auswechseln von einzelnen Springern, die natürlich wieder unterschiedliche Fallraten mitbrachten, erhöhte den Lerneffekt weiter. Höhepunkt war dann der zum Kursabschluss geflogene 6er, wobei nur die 2er Basis gelinkt aus dem Flieger ging und die vier übrigen Teilnehmer die Basis sauber anfliegen mussten. Dank des Kurses, da waren sich alle Teilnehmer einig, wurde abhängig vom individuellen Leistungsstand, die Basis für schöne RW-Sprünge gelegt bzw. deutlichen Detailverbesserungen erzielt. Damit „auf dem Bauch fallen“ in Zukunft noch mehr Spaß macht.

Keine Anbetung des Kursleiters, sondern das morgendliche Streching…

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Dynamische Exits werden mit Videoflyer geübt….Gefechtsnah sozusagen ;o)

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Was auf dem Rollbrett nich klappt, klappt in der Luft erst recht nich….also üben…

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Wenn Männer mit Puppen spielen…. Dann kommen seltsame Randoms raus….

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Vor dem Abschlusssprung lächeln noch alle, danach noch viel mehr.F_5.jpg

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14. April 2008

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Wie eine Feder

Fälschlicherweise glauben viele Fallschirmspringer, dass wenn der Schirm sauber geöffnet hat, der gefährliches Teil des Sprunges vorbei ist. Die Unfallzahlen belegen aber, dass dies ein tragischer Trugschluss ist. Daher hat der DFV das Kappenfliegen zum Top Thema 2008 erklärt. Und so fanden sich dann am12 und 13.4. in Calden insgesamt 9 Springer ein, die an ihrer Kappenflug und Landetechnik feilen wollten. Interessant war dabei die Streuweite der Teilnehmer. Von Andreas, der seinen 26. und somit ersten Sprung nach Lizenzerwerb im Rahmen des Seminars machte, reichte diese Streuung bis zu Nicole, die mit fast exakt 1000 Sprüngen mehr als Andreas das obere Ende markierte. Und wer glaubt das ein Springer mit mehr als 1000 Sprüngen ein solches Seminar nicht notwendig hat, wurde von Nicole eines besseren belehrt: „man kann immer noch dazulernen und seine Flug- und Landetechnik weiter perfektionieren“, merkte sie treffen an.

Nach einem anfänglichen Theorieblock ging es dann in die Luft. In zwei Anflügen wurden die Teilnehmer in ungewohnt flachen 1500 Metern abgesetzt. Die vorher besprochene Abstands- und Höhenstaffelung wurde beim ersten Sprung ebenso durcheinander gebracht, wie das saubere Anfliegen der einzelnen Checkpoints im Ladenanflug. Und Torsten, der das Seminar leitete, entging nichts. Weder das nicht saubere ausfliegen des besprochenen Landekurses noch der kleinste Fehler bei der Landung. Diese wurde zusätzliche auf Video aufgenommen und danach analysiert. Dabei kam es zu einigen Aha-Erlebnissen. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen eigener Wahrnehmung und Realität zu erkennen. Manch einer der glaubte seine Steuerleine beim Flare gleichmäßig und parallel durchzuziehen, wurde vom Video eines besseren belehrt. Das man sich in den Dreck gelegt hatte, lag also nicht an dem bösen Crosswind, (den es gar nicht gab) sondern an der eigenen, schlechten Steuerleinenbedienung. Ab in die nächste Maschine und versuchen die analysierten Fehler zu vermeiden. Und schon beim zweiten Sprung waren Fortschritte zu erkennen. Die Höhenstaffelung klappte deutlich besser und auch die Landungen wurden ansehnlicher. Von Sprung zu Sprung waren Fortschritte zu erkennen. Je nach Stand übten die Teilnehmer dann auch bisher noch nicht probierte Varianten und Übungen, griffen in die Frontriser um vor der Landung noch etwas Speed aufzubauen oder versuchten auf sichere Höhe den Stallpunkt der Kappe zu ermitteln. Die „Einschläge“ wurden sanfter und die Zielgenauigkeit besser. Während alle im Rahmen des Seminars gemachten Sprünge innerhalb der Beerline runterkamen (und dies trotz teilweise starker, widriger Windbedingungen), ging es nun schon bei manchen Teilnehmern darum, die Mitte des Zielkreises wiederholt zu treffen.

Und so nach bis zu 9 Sprüngen alle Teilnehmer ein positives Fazit des Seminars ziehen. Verbesserungen waren zu erkennen, Fehler wurden abgestellt und das Wissen wurde erweitert. Nun liegt es an den Teilnehmern selbst, das Gelernte zu üben und zu wiederholen, bis man dann immer genau dort landet wo man will und das so sanft wie ein Feder.

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Von Ralph Wilhelm

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