AEROGRAMM
Monatsarchiv für Juli 2008
Wenn Männer mit Puppen spielen…..
Sieben Erwachsene liegen auf dem Boden und spielen mit Puppen. Nein, kein Therapie für stressgeplagte Manager, sondern ein RW-Kurs mit Franky Hölzner.
„Wenn man wirklich besser werden will, muss man bereit sein manchmal schlecht auszusehen.“ Mit diesem Zitat von Airizona Airspeed, dem Team das mehrfach Weltmeister im Relativ Work, oder wie es auf neuhochdeutsch nun heißt im „Formation Skydiving“, war, begann Franky Hölzner den RW-Kurs vom 10. -13. Juli. Da konnten wir noch nicht ahnen, wie schlecht wir wirklich aussehen würden. Nach einer Vorstellungsrunde und etwas Theorie ging es erst mal in die Luft um die vorhandenen Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer festzustellen. Die Vorkenntnisse der Teilnehmer waren weit gefächert, vom Frischlizenzler mit gerade einmal 40 Sprüngen bis hin zum sehr erfahrenen Springer mit über 700 Sprüngen. Allerdings gegenüber Franky unserem Ausbilder alles Peanuts, da dieser mehr als 4.500 Sprünge und unendlich viel Tunnelzeit aufzuweisen hat. Damit geht leider auch die Tatsache einher, das Franky alles sieht. Diverse, gut durchdache Ausreden, warum wir mal wieder einen Exit versaut hatten, entlarvte er sofort, entweder aufgrund eigener Beobachtung oder dank der sehr guten Videospringer, als netten Versuch die physikalischen Gesetze auszutricksen.
So gab es von fast allen Sprüngen ein von innen aufgenommenes Exitvideo, was extrem hilfreich ist, Fehler bei der Aufstellung und beim Exit zu erkennen. Kommt man nicht sauber aus der Tür, so bekommt man den relativen Wind falsch und in der Formation ist von Anfang an der Wurm drin. Untergeklappte Frontfloater und gesprengte Vierer sind die Folge. Der begleitende Videomann hingegen zeigte dann die Fehler beim Auf- und Umbau der Formationen auf. So kam es dann auch, dass wir einige Zeit auf den Rollbrettern verbrachten. Level – Position – Griff lautete die Reihenfolge, die uns Franky mit stoischer Ruhe immer wieder einbläute. Unsauberes Langhangeln, schmutzige Hilfsgriffe und ähnliches bringen nur auf den ersten Blick Erfolg, sind aber letztlich nicht zielführend und verhindern nur ein sauberes und somit schnelles RW.
Am Freitag trat leider eine wetterbedingte Pause ein, die Franky aber nutze um uns die verschiedenen Randoms und Blöcke näher zu bringen. Dazu lagen dann sieben erwachsene Männer, sehr zur Belustigung der Freeflyer, in der Packhalle auf dem Bauch und schoben kleine Puppen über den Teppich. Interessant war auch die Wegfindung, also der Versuch zwischen den einzelnen Randoms einen möglichst einfachen und kurzen Weg zu finden. Die anfänglich gemachten Vorschläge, die dreidimensionale Übergänge oder Rückwärtseinparken beinhalteten, wichen mit zunehmender Unterrichtsdauer sinnvollen und realistischen Varianten. Diese wurden auch gerollt und letztlich dann auch an den Himmel gebracht.
So wurden die gesprungenen Randoms dann auch immer anspruchsvoller. Auch der Wechsel von Position innerhalb der Formation und das Auswechseln von einzelnen Springern, die natürlich wieder unterschiedliche Fallraten mitbrachten, erhöhte den Lerneffekt weiter. Höhepunkt war dann der zum Kursabschluss geflogene 6er, wobei nur die 2er Basis gelinkt aus dem Flieger ging und die vier übrigen Teilnehmer die Basis sauber anfliegen mussten. Dank des Kurses, da waren sich alle Teilnehmer einig, wurde abhängig vom individuellen Leistungsstand, die Basis für schöne RW-Sprünge gelegt bzw. deutlichen Detailverbesserungen erzielt. Damit „auf dem Bauch fallen“ in Zukunft noch mehr Spaß macht.
Keine Anbetung des Kursleiters, sondern das morgendliche Streching…

Dynamische Exits werden mit Videoflyer geübt….Gefechtsnah sozusagen ;o)

Was auf dem Rollbrett nich klappt, klappt in der Luft erst recht nich….also üben…

Wenn Männer mit Puppen spielen…. Dann kommen seltsame Randoms raus….
Vor dem Abschlusssprung lächeln noch alle, danach noch viel mehr.
Nachdem wir am Tag 1 ja fast perfektes Wetter hatten, war der Sonntag doch etwas durchwachsen. Vor allem der böige Wind am Nachmittag bekräftigte dann die Entscheidung um 15.30 Uhr das Boogie nach neun loads zu beenden. Aber auch am Sonntag gab es tolle Sprünge und viele freudige Gesichter. Wir freuen uns auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt, Pink Boogie Calden die Zweite.
Hier die Bilder des Tages:
Katha von den Airbubbles feierte zum Tagesabschluss ihren 1000. Sprung mit einer wunderbaren 12er Formation, gebrieft und organisiert von Uwe Soppa.
Danach gab es die obligatorische Torte (waren diesmal aber Schokoküsse). Bilder dazu unten bei den pics of the day. Hier könnt ihr euch das Video anschauen. Einfachen auf den Videobutton klicken und es geht los!!
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Ein schöner Sprungtag ist zu Ende. Die Pink schwebte um 0910 in Calden ein und wurde natürlich erst einmal von allen Springern neugierig inspiziert. Nach einer Tür und Exiteinweisung ging es dann um 0945 Uhr los. Trotz etwas langer Steigzeiten (volle loads, warmes Wetter) kamen wir bis zum Abend auf ca 350 Sprünge. Alle waren glücklich. Franky organisierte die Bauchfaller, Harry beglückte mit der Freifalltube die wilden Jungs und Mädchen und Uwe trainierte den Sektor Mitte für den Deutschen Rekord 2008. Auch die zahlreichen Tandemgäste genossen den exotischen Flieger.
Hier die “pics of the day”!!


